Sonderabschreibung für den Wohnungsbau


„Eine Sonderabschreibung im Mietwohnungsbau ist schon lange überfällig," kommentiert der Stellvertretende NRW-Landesvorsitzende des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Rolf Schettler (Herten) die lang ersehnte Einigung in Berlin. Es sei ein gutes Signal, dass sich die Länder am 28. Juni im Bundesrat auf Einführung einer Sonder-AfA geeinigt haben und eine lange währende Hängepartie beendeten.


Klar ist aber auch: „Das kann nur ein Baustein sein. Das gesamte Haus steht noch lange nicht", sagte Andreas Ibel, Präsident des BFW Bundesverbandes, zum Beschluss des Bundesrates. Das Ländergremium hatte einem entsprechenden Gesetzesbeschluss des Bundestages zugestimmt. Die Vorlage war Ende 2018 kurzfristig abgesetzt worden.


Mit der Sonder-AfA können private Investoren vier Jahre lang fünf Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten einer neuen Mietwohnung bei der Steuer abschreiben. Dabei dürfen Herstellungskosten von 2.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche geltend gemacht werden. Voraussetzung für die Vergünstigung ist, dass die Herstellungs- und Anschaffungskosten 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche nicht übersteigen.


„Hier liegt die Crux bei der Sonderabschreibung", warnte Ibel: Die Fördergrenze von 3.000 Euro/qm Wohnfläche wird gerade in den Ballungszentren nicht ausreichen, um neue Wohnungen im günstigen Mietsegment zu bauen. Während der Verzögerung im Bundesrat sind die Baukosten weiter gestiegen, hauptsächlich durch staatliche Vorgaben und unzureichende Bereitstellung von Bauland. Die starre Baukostenobergrenze von 3.000 Euro pro Quadratmeter ist ein immer größeres Hemmnis. „Hier wünschen wir uns eine schnelle Evaluation!" Dabei verwies Ibel auf die Hürden, die das Bauen in Ballungsgebieten besonders verteuern. Dazu zählen notwendige Lärmschutzmaßnahmen, Tiefgaragen in innerstädtischen Lagen und erhöhte Schwierigkeiten bei der Erschließung von Grundstücken und der Nutzung von Baulücken. Hinzu kommen die rasant steigenden Bau- und Baustoffkosten: So sind die Preise für den Neubau von Wohngebäuden z. B. in Bayern in zwölf Monaten um fünf Prozent angestiegen.