Pestel-Institut warnt vor „Grauer Wohnungsnot“

In einer aktuellen Studie hat das renommierte Pestel-Institut aus Hannover die zu erwartende Entwicklung bezüglich der Wohnsituation älterer Menschen („65plus“) untersucht. Demnach wird sich die Zahl der Senioren von derzeit 17,7 Millionen Menschen bis 2040 auf knapp 24 Millionen Personen erhöhen. Ferner geht das Pestel-Institut davon aus, dass sich die Einkommenssituation für die ältere Bevölkerung insgesamt verschlechtern wird. Derzeit sind nur rund 3 % der Senioren auf ergänzende Grundsicherungsleistungen („Hartz IV“) angewiesen. In den nächsten 20 Jahren wird diese Quote jedoch auf bis zu 35 %, also für mehr als jeden Dritten (!) ansteigen.

Auch die Zahl der Pflegebedürftigen wird weiter ansteigen. Daraus leiten die Forscher die Forderung ab, den Bestand an barrierearmen und barrierefreien Wohnungen um 2,5 bis 2,9 Millionen Wohnungen bis 2030 zu erhöhen. Hierdurch wird ein Investitionsbedarf von bis zu 50 Milliarden € bis 2030 ausgelöst, der nach Einschätzung des Pestel-Instituts nur durch Förderanreize erreicht werden kann. Im Fokus sollten vor allem kleine Wohnungstypen und gemeinschaftliche Wohnformen stehen.